Wiedersehen, Podestplätze und eine Premiere bei den Euro Masters 2026

15.08.2026 · Autor: Schulenburg

41 Jahre nach ihrem letzten Rennen kehrt der Siegburger Vierer nach München zurück. Dazu feiert Andrea sechs Podestplätze, während Saskia ihr 1.000-Meter-Debüt gibt – ein Wochenende zwischen Erfahrung und Neuanfang.

Die Euro Masters in München waren für den Siegburger Ruderverein ein besonderes Regattawochenende: Ein Vereinsvierer kehrte nach 41 Jahren an den Ort eines seiner größten gemeinsamen Rennen zurück, Andrea sammelte in internationalen Mannschaften gleich sechs Podestplätze und Saskia absolvierte ihre ersten 1.000-Meter-Rennen. Viel mehr Vereinsgeschichte lässt sich kaum in vier Regattatage packen.

Für Arnd Wellershaus, Erik Ring, Günter Raderschadt und Wolfgang Stöcker war die Rückkehr auf die Olympia-Regattastrecke in Oberschleißheim eine Reise in die eigene Vergangenheit. Bereits 1985 waren die vier dort bei den Deutschen Meisterschaften gestartet und hatten den dritten Platz belegt. Es war damals das letzte große gemeinsame Rennen eines Vereinsvierers, der in den 1980er-Jahren insgesamt acht nationale und internationale Titel errudern konnte.

Seit Anfang 2025 sitzen Arnd, Erik, Günter und Wolfgang wieder regelmäßig zusammen im Boot. Natürlich wird heute nicht mehr ganz so häufig und intensiv trainiert wie früher – dafür mit umso mehr Freude daran, noch einmal gemeinsam Rennen zu fahren. Dass dabei weiterhin einiges an Geschwindigkeit vorhanden ist, zeigte sich in München ziemlich deutlich: In der Altersklasse über 55 Jahre erreichte der Vierer ohne Platz drei, bei den über 60-Jährigen sogar Platz zwei. Auf der ersten Streckenhälfte lag unser Siegburger Boot dank seiner nach wie vor beeindruckenden Startgeschwindigkeit hauchdünn in Führung. Erst danach zog eine italienische Renngemeinschaft vorbei. Das übrige deutsche und internationale Feld hielten die vier bis ins Ziel auf Abstand.

Während sich der Vereinsvierer über ein gelungenes Wiedersehen mit der Münchner Strecke freuen konnte, verbrachte Andrea Hoffmann das Wochenende praktisch im Dauerbetrieb. Sie ging in sechs verschiedenen internationalen Renngemeinschaften mit Beteiligung aus Österreich und Dänemark an den Start – und kehrte aus jedem einzelnen Rennen mit einem Podestplatz zurück.

Im Doppelvierer der Altersklassen D und F sowie im bayerischen Achter der Altersklasse E gewann Andrea jeweils ihr Rennen. Dazu kamen drei zweite Plätze im Achter F, im Vierer mit Steuermann F und im Vierer ohne Steuermann F. Drei Siege und drei zweite Plätze aus sechs Starts sind eine starke Bilanz und zeigen gleichzeitig, was Masters-Regatten ausmacht: Man kennt sich, findet sich über Vereins- und Ländergrenzen hinweg zu neuen Mannschaften zusammen und sitzt manchmal schneller gemeinsam im Boot, als man sich alle Namen merken kann.

Neben jeder Menge Erfahrung gab es für den SRV in München auch eine Premiere. Saskia Schulenburg, die erst 2022 bei uns das Rudern gelernt hat, stellte sich erstmals einem 1.000-Meter-Rennen. Rennsport war für sie zwar nicht völlig neu – vor ihrer Zeit im Ruderboot war sie im Motorradrennsport aktiv –, doch diesmal mussten Muskelkraft, Rhythmus und Zusammenarbeit den Motor ersetzen.

Gemeinsam mit ihrem Doppelpartner Christian hatte sich Saskia in einem Trainingslager auf der Münchner Strecke vorbereitet. Beim ersten Start im Mixed-Doppelzweier B gelang den beiden ein schneller Auftakt: Nach 250 Metern lagen sie auf Platz zwei. Das hohe Anfangstempo ließ sich allerdings noch nicht über die gesamte Strecke halten, sodass das Boot am Ende auf Platz vier ins Ziel kam. Im zweiten Rennen der Altersklasse C gingen beide kontrollierter an, hielten ihre Technik länger stabil und verbesserten ihre Zeit direkt um rund zehn Sekunden. Zum Abschluss ergab sich für Saskia noch die spontane Gelegenheit, in einem international besetzten Mixed-Achter mit Ruderinnen und Ruderern aus Berlin, Neuseeland und Kapstadt zu starten. Eine Einladung, zu der man bei einer Masters-Regatta eigentlich nur Ja sagen kann.

So kehrte der SRV mit zwei starken Platzierungen unseres Vierers, sechs Podestplätzen von Andrea und vielen neuen Rennerfahrungen von Saskia aus München zurück. Besonders schön war dabei die Mischung aus Vereinsgeschichte und Neuanfang: Vier Ruderer starten nach 41 Jahren wieder gemeinsam auf derselben Strecke, während eine andere Siegburger Ruderin dort gerade erst ihre ersten 1.000 Rennmeter sammelt.

Lange ausruhen können sich unsere Masters allerdings nicht. Vom 9. bis 13. September warten bereits die World Rowing Masters in Bled. Auch dort wird der Siegburger Ruderverein wieder vertreten sein – mit sportlichem Ehrgeiz, viel Erfahrung und hoffentlich genauso viel Freude am gemeinsamen Rudern.

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