Rudernd durch Ostfriesland: Ein Wochenende voller Abenteuer, Wind und Kuchen
Ein Wochenende, zwei Tage auf dem Wasser, jede Menge neue Bekanntschaften: Anfänger-Wanderfahrt nach Emden am zweiten Septemberwochenende
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Ein Wochenende, zwei Tage auf dem Wasser, jede Menge neue Bekanntschaften und die Frage, die uns schon vor dem ersten Ruderschlag beschäftigte: kurze Hose, lange Hose, T-Shirt oder doch lieber Funktionsjacke? Die Wettervorhersage ließ alles offen. Aber genau das macht unsere Ruderfahrt nach Emden aus: Man weiß nie ganz genau, was einen erwartet und fährt trotzdem mit.
Die Wanderfahrt im zweiten Septemberwochenende ist besonders bei unseren Anfängern beliebt, aber auch die alten Hasen lassen sich das Abenteuer nicht entgehen. So machte sich am Freitag eine bunt gemischte Gruppe auf den Weg nach Emden. Einige waren schon früher angereist, um die Kunsthalle zu besuchen oder sich auf einer der nahegelegenen Nordseeinseln herumzutreiben. Andere trudelten im Laufe des Tages ein. Alle trafen sich am Freitagabend zu Füßen des Ottohauses im Restaurant.
Zunächst saßen wir noch auf der Terrasse, bis es dann doch etwas zu frisch wurde und wir geschlossen nach drinnen umzogen. Bei Essen und Getränken war genügend Zeit, sich kennenzulernen, alte Geschichten auszutauschen und zu erfahren, wie der Sommer bei den anderen so gelaufen war.
Anschließend ging es in die Unterkünfte: Hotel, Ferienwohnung oder das Experiment Jugendherberge. Jeder nach seinem Geschmack. Für den nächsten Morgen war der Treffpunkt um 9 Uhr am Emdener Ruderverein angesetzt. Die Orientierung war denkbar einfach: immer Richtung Kesselschleuse halten, dann findet man den Verein schon.
Tag 1: Sonne, Kanäle und ein kleines Abenteuer auf dem Großen Meer
Nach Frühstück und der morgendlichen Outfitwahl trafen wir uns am Ruderverein. Dort herrschte bereits reges Treiben. Auch die Herren des Lübecker Rudervereins waren angereist, um das Revier rund um Emden unsicher zu machen.
Nach der Booteinteilung ging es für uns bei schönstem Sonnenschein aufs Wasser. Die ersten Ruderschläge waren gemacht, die Teams sortiert und die Laune bestens. Durch den Kanal ruderten wir in Richtung Kleines Meer. Vorbei ging es an wunderschönen Gärten, in denen es immer etwas zu entdecken gab. Hier ein besonders hübsches Häuschen, dort ein Garten mit allerlei Kuriositäten, langweilig wurde es jedenfalls nicht.
Weiter ging es Richtung Großes Meer, wo wir unsere erste Pause einlegten. Bei dem Sonnenschein war es inzwischen ordentlich warm geworden, sodass die Pause genau richtig kam. Pommes, Kibbeling und Kuchen sorgten für echtes Urlaubsgefühl. Spätestens danach war klar: So lässt es sich aushalten.
Doch das Großes Meer zeigte uns auch seine andere Seite. Inzwischen war es bewölkter geworden, der Wind frischte auf und das Wasser wurde ganz schön wackelig und kippelig. Für unsere Anfänger besonders aufregend, aber auch für die erfahrenen Ruderer ein kleines Abenteuer.
Auf dem Rückweg durch den Kanal stand dann noch eine kleine Turneinheit auf dem Programm: Bootsplätze wechseln, ohne dabei baden zu gehen. Gar nicht so einfach, wenn das Boot ohnehin schon etwas wackelt. Mit ein bisschen Akrobatik und gegenseitiger Unterstützung blieben aber alle trocken. Ein Erfolg, den man ruhig feiern darf.
Zurück am Ruderverein trudelten auch die Lübecker wieder ein. Schnell kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass man auch in Lübeck ganz unkompliziert mal ein Boot leihen kann. Vielleicht ja eine Idee für die nächste Wanderfahrt?
Nachdem die Boote blitzblank waren, versammelten wir uns zu Kuchen und Sekt. Schließlich gab es ein Geburtstagskind zu feiern! Es wurde angestoßen, gesungen, wenn auch nicht immer ganz treffsicher und noch gemütlich zusammengesessen.
Abendprogramm: Italienische Küche und ein Geburtstagsständchen
Danach hieß es, fertig machen und wieder los. Treffpunkt war diesmal der Italiener. Da dieser offenbar ebenfalls ein beliebter Treffpunkt war, mussten wir zunächst auf der Terrasse auf einen Platz warten. Gut geschützt unter einem Sonnenschirm ließ sich auch der inzwischen eingesetzte Regen aushalten.
Drinnen gab es dank der besonderen Einrichtung immer etwas zu entdecken. Und bei der Auswahl auf der Speisekarte war für jeden Geschmack etwas dabei. Natürlich durfte auch das Geburtstagskind nicht zu kurz kommen. Noch einmal wurde überraschend angestoßen und zum krönenden Abschluss ein Tiramisu mit Wunderkerzen serviert.
Gut gestärkt und zufrieden ging es zurück in die Unterkünfte. Denn am nächsten Morgen wartete bereits Tag zwei.
Tag 2: Neue Teams, neue Route und ganz viel Teamwork
Am Sonntagmorgen trafen wir uns wieder um 9 Uhr am Ruderverein. Diesmal ging alles deutlich schneller. Die Abläufe saßen, die Gruppe war eingespielt und auch die morgendliche Orientierung fiel leichter. Nach einer neuen Booteinteilung ging es in frischen Teams und auf einer anderen Route los.
Wieder gab es viel zu entdecken. Ein besonders gerades Stück mit Feldern links und rechts zog sich allerdings etwas, vor allem mit Gegenwind. Doch der sportliche Ehrgeiz war geweckt. Gemeinsam wurde gerudert, durchgehalten und auch dieses Stück gemeistert.
Zur Belohnung wartete eine Pause mit selbstgemachten und mitgebrachten Leckereien. Für den Landgang mussten wir allerdings erst einmal durch das Schilf kraxeln. Auch hier galt: trocken bleiben! Und tatsächlich kamen alle unversehrt ans Ufer.
Zurück auf dem Wasser führte uns die Strecke wieder in das enge Kanalnetz. Hier war vor allem Steuerexpertise gefragt. Jeder durfte sich in den zwei Tagen einmal am Steuer ausprobieren und zeigen, was er oder sie gelernt hatte. Für das letzte Stück überließen wir die Verantwortung dann doch lieber den erfahrenen Ruderern. Sicher ist sicher und schließlich wollten wir alle wieder heil am Ruderverein ankommen.
Das gelang natürlich. Nach dem letzten Ruderschlag wurden noch schnell die Boote blitzblank gemacht. Dann hieß es Abschied nehmen: Mit Bahn oder Auto machten sich alle auf den Heimweg.
Ein Wochenende, das Lust auf mehr macht
Was bleibt, ist ein rundum gelungenes Wochenende mit einer tollen Mischung aus Sport, Gemeinschaft und jeder Menge Spaß. Frauen und Männer zwischen 30 und über 60 Jahren, Anfänger, Freizeitruderer und Ruderer mit sportlichen Ambitionen, alle waren dabei. Jeder konnte etwas lernen, Erfahrungen weitergeben und neue Leute kennenlernen.
Gerade diese Mischung macht die Wanderfahrt so besonders. Die Anfänger bringen Neugier und manchmal auch ein bisschen Respekt vor dem wackeligen Boot mit. Die erfahrenen Ruderer bringen Ruhe, Tipps und jede Menge Erfahrung. Zusammen wird daraus ein Wochenende, bei dem alle voneinander lernen und gemeinsam Spaß haben.
Dass diese Fahrt jährlich angeboten wird, ist ein echtes Highlight. Und dass sie auch bei den erfahrenen Ruderern so beliebt ist, wundert nach diesem Wochenende wirklich niemanden.
Wir freuen uns schon auf die nächste Wanderfahrt, vielleicht dann mit etwas weniger Wind, genauso viel Sonne und auf jeden Fall wieder mit Kuchen.
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