Para-Rudersport - mit Disziplin zum Erfolg am Ergo
Hajo trainiert seit ca. 3 Jahren bei uns im Verein und ist aktuell sehr aktiv auf dem Ergo. Im Februar stehen die virtuellen internationalen World-Rowing-Championchips (WRVICH) an.
Hajo ist nun seit rund drei Jahren Teil unseres Vereins. Zum Para-Rudersport kam er mit klaren Zielen und viel Motivation – ursprünglich sogar mit dem Gedanken an eine Paralympics-Teilnahme. Schnell ging es für ihn ins Wettkampfgeschehen, zunächst direkt im Ruderboot. Das technisch saubere Rudern mit Schwimmern ist dabei eine besondere Herausforderung, der er sich von Anfang an konsequent gestellt hat. Um Regatteteilnahmen und organisatorische Fragen kümmerte er sich zum großen Teil selbst.
Nachdem die Paralympics 2023 sein Interesse geweckt hatten und Laufsportarten für ihn nicht mehr möglich waren ;-), probierte Hajo zunächst Para-Kanu aus. Im Para-Rudern beim SRV fand er schließlich genau die Sportart, in der er sich verwirklichen kann.
Was ihn derzeit und hoffentlich auch langfristig antreibt, sind schnelle, saubere Rennen – auf dem Ergometer und dann auch eine Techniksteigerung im Boot. Siege beim Indoor-Rowing und konkurrenzfähige Leistungen im PR2-Bereich und vielleicht sogar ein DM-Titel stehen auf seiner inneren Ziel-Liste. Dass Paul Umbach, sein direkter Konkurrent in der Klasse PR2, mehr als 45 Jahre jünger ist, sieht Hajo meistens als zusätzliche Motivation.
Der Verein spielt für ihn eine zentrale Rolle. Boot, Skulls, Struktur – und vor allem verlässliche Ansprechpartner: Ohne die Unterstützung aus dem Verein und dem privaten Umfeld wären Vorbereitung, Training und Regattateilnahmen kaum möglich.
Beeindruckend ist auch sein Trainingsumfang: Geplant sind bis zu sechs Ergo-Einheiten pro Woche, die er zu Hause oder im Fitnessstudio bei einem befreundeten Trainer absolviert. Gerne nimmt er manchmal auch nur für die besonderen organisatorischen Anforderungen des Parasports – z.B. Bootsanpassungen, z.B. wegen Nutzung eines Festsitzes oder andere individuelle Einstellungen, die längere Fahrt nach Siegburg auf sich. Manchmal auch nur für einen kurzen Austausch oder das Ausfüllen von Formularen für die Klassifizierung oder Anmeldungen.
Ein echter Wendepunkt war die Entscheidung für Ergometer-Challenges Anfang 2023. Nach dem Erreichen der Landeskaderzeit entwickelte sich aus einem Fitnessziel schnell ein ambitionierter Wettkampfweg. Im vergangenen Jahr standen Distanzen von 100 Metern bis zum Halbmarathon sowie Zeit-Challenges über 1, 30 und 60 Minuten auf seinem Programm – viele davon international relevant für die PR2-Klasse. Wettkampfplattformen wie WORLDROWING.COM oder DieRUDEREI.DE nutzt er dabei regelmäßig. Über 740.000 Meter auf dem Ergo und 58 Wettkampftage sprechen für sich.
Besonders erfolgreich war er bei internationalen Online-Formaten. Hajo meint da gibt es nur einen Versuch, kein Wiederholen, volle Konzentration, das spricht ihn an. Aktuell hält er in seiner Altersklasse (70-74) die Weltbestzeiten im PR2-Bereich in vielen verschiedenen Zeiten und Distanzen (u.A.. 100m, 10000m, 1min, 60min).
Körperliche Rückschläge gehören dazu – gerade in den kälteren Monaten. Hajo geht damit pragmatisch um. Er akzeptiert die Einschränkungen geduldig und macht weiter, wenn es wieder geht. Sein Ansatz hat sich verändert: weniger „drauflos“, eher kontrollierter das Training planen, vielleicht auch weniger an den Geräten basteln und damit stellt sich hoffentlich noch weitere Erfolg ein. Laut Hajo nach einem Motto aus dem Motorsport „Erfolg ist keine Frage der Ausdauer, sondern der Disziplin.“
Für die Zukunft stehen weitere nationale und internationale Wettkämpfe an – indoor, aber auch vermehrt auf dem Wasser. Immer mit dem Bewusstsein: Spitzenleistung ist auch im Parasport möglich – mit der richtigen Unterstützung.